Radltacho an KLE

Bei Detailfragen könnt Ihr eine Thorsten Oesterlein schreiben. Von ihm stammen diese Tips. Vielen Dank, Thorsten!


  1. Sensor: Den Sensor zurrte ich ich mir einem starken Kabelbinder an der Gabel fest, so daß er mit nur ca. 2mm Abstand zum Geber bombenfest sitzt. Weniger Abstand ließe sich erreichen, wenn man den Magnet ein wenig hinterlegt, da der Abstand hier durch die etwas hervorstehenden Schrauben der Bremsscheibenbefestigung zustande kommt, woduch man den Sensor nicht näher am Magneten plazieren kann. Einen Nachteil hat diese Einbauvariante allerdings auch: Da der Sensor in die Nabe hineinreicht, muß er demontiert werden wenn man das Rad ausbaut. Hier zeigt sich ein Vorteil des Sigma Sensors, der sich einfach runternehmen lässt.
  2. Magnet: Den Geber unterzog ich diesmal einer gründlichen "Zerlegung", bei der ich den Magneten aus der Fassung brachte. Der Magnet von dem Billigstdorfer Tacho ist ein rechteckiger mit ca 5x7mm Kantenlänge und 3mm Stärke. Damit passt er prima zwischen die Bremsscheiben Befestigungen auf der Nabe der KLE. Ursprünglich ist der Magnet mit doppelseitigem Klebeband in seine Halterung geklebt. Da das Klebeband am Magneten verblieb, ließ er sich zu Justagezwecken prima auf der Nabe plazieren um danach mit 2Komponentenkleber (UHU Endfest oder Henkel Stabilit) verklebt zu werden. Selbstverfreilich habe ich die Klebeflächen vorher gründlich mit Drahtbürste und Verdünner gereinigt.
  3. Kabel: Nun brauchte ich nur noch eine Lösung um das dünne Kabel zu schützen. Also in Baumarkt gedüst und nach den Schläuchen gesucht die auch Autoelektriker benutzen. *Fehlanzeige* Auf in nächsten Baumarkt. *Fehlanzeige* Auf zum Autozubehörhändler *Fehlanzeige*. Scheinbar ist fliegende Verdrahtung grade in Mode - also mußte wohl oder übel ein Benzinschlauch herhalten. Die Lösung hat aber auch Vorteile, da der Benzinschlauch wesentlich dickere Wände hat und flexibler ist. Also das dünne Kabel in den Schlauch pfrimeln. Nachdem das Kabel viel zu weich is braucht man dazu eine dickere "Seele" mittels der man das dünne Kabel in den Schlauch bekommt. Also schob ich zunächst ein Kabel mit 1,5mm2 durch den Schlauch. Dann trennte ich das Sensorkabel ca. 10cm vorm Tacho wieder durch, verband das Kabel mit der "Seele" und zog so das dünne Kabel durch den Schlauch. Das Kabel, das nun ganz schön geschlaucht ist, verlegte ich an der Vorseite der Gabel rauf bis zum Kotflügel, dann zwischen Kotflügel und Gabel durch zum Bremsschlauch und dann den Bremsschlauch entlang rauf zum Lenker, dort nach links zur Halterung des Tachos. Fixiert hab ich den KabelSchlauch mit dünnen Kabelbindern. Löten war nun wieder angesagt. Zuvor passte ich die Länge von Schlauch und Kabel aber noch den Gegebenheiten an. Dann kam ein ca. 3cm langes Stück Schrumpfschlauch über eines der Kabelenden. Verlötet hab ich das Kabel ein wenig versetzt ( die Lötstellen liegen ca. 1,5cm ausseinander). Das hat den Vorteil daß sich die Lötstellen nicht berühren können und die Lötstelle bleibt auch recht "schlank", da die Lötstellen nicht übereinander liegen. Die Lötstellen hab ich nochmals mit ca 1cm langen dünnen Schrumpfschläuchen isoliert, dann den langen, dicken Schrumpfschlauch drüber und nochmals geschrumpft. An dieser Stelle lässt dich das ganze auch prima mit einem Kabelbinder (ich steh auf die Dinger) am Lenker festmachen ohne daß man Gefahr läuft, daß das Kabel vom Kabelbinder durchgequetscht wird.
  4. Anzeigehalterung: Der Tacho ist links am Lenker mittels der mitgelieferten Schraubklemmhalterung und den ebenfalls mitgelieferten Gummistreifen montiert und hält bombenfest.
  5. Resüme: Sieht professionell aus, hält gut, funktioniert auch gut und scheint für die Ewigkeit gemacht, zumal bei einem evt. Tachotausch Geber und Sensor an Ort und Stelle verbleiben können.
  6. Zum Löten: Allen die noch keinen haben und ab und an mal was löten wollen empfehle ich die Anschaffung eines Gaslötkolbens. 1.) braucht man keine Steckdose und muß demnach nicht das Moped ins Wohnzimmer fahren.  2.) wird das Ding heißer als entsprechende elektrische Lötkolben. 3.) Kann man die Gasaustrittsöffnung der Lötspitze prima zum Schrumpfen von Schrumpfschläuchen verwenden 4.) gibts keine Kabel mehr, die "ungefähr entsprechend" lang sind und sich dann doch als zu lang herausstellen, wodurch man dann irgendwo einen Kabelknäuel erhält, oder noch schlimmer, zu kurz sind. 5.) für Elekroniker (aber die wissens eh): es entstehen keine Kriechströme.
  7. Kosten: ca 35 ÖS (ca. 5 DM) für 5m Benzinschlauch (reicht für 2 Mopeds)  und je ca 35 ÖS (ca. 5 DM) für je 100 dicke bzw dünne Kabelbinder, ein paar ÖS ( ~ ein paar Mark) für Kleber. Nochmals ca. 35 ÖS (noch immer ca. 5DM) für Schrumpfschlauchsortiment. Alles im Baumarkt erhältlich. Diese geringe Investition lohnt sich.
  8. Einbaudauer: ca. 1,5 - 2Stunden


Kleingedrucktes: Ich übernehme keinerlei Garantie für die Funktionsfähigkeit und Verkehrssicherheit der hier dargestellten Um- und Anbaumaßnahmen und hafte nicht für eventuell entstehende Unfälle oder Schäden.
Fahrradtachoseite, Motorradseite

Rolf Schlagenhaft, 19.5.99