zurück Start 12.Reisetag - So, 2.7.2000 weiter

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Route: 280km (GPS-Track)

Erlebnisse:

Glen bepackt Col de Tourmalet
Für die Überführung zum nächsten Campingplatz bildete ich mit Mitch, Hajo, Sven und Glen eine gemütliche Truppe. Die Strecke führte unter anderem über einen der berühmten Tour-de-France-Pässe, den Col du Tourmalet.

Bei Argelès-Gazost passierte dann, was ich in dem Bericht von gestern schon angedeutet hatte. Mitch scheiterte an einer sich zuziehenden Rechtskurve und krachte frontal in ein entgegenkommendes Auto. Gott sei Dank flog er schräg über die Kühlerhaube ab in den weichen Graben neben der Straße. Inwiefern glatter Straßenbelag eine Rolle gespielt hat, darüber gehen die Meinungen auseinander. Vielleicht hat Mitch einfach nur den gleichen Fehler wie gestern gemacht hat und in der Kurve gebremst, als sie sich zuzog, anstatt die Maschine weiter hinunterzudrücken. Ich kann es nicht beurteilen, weil ich nicht Zeuge war und er weiß es vielleicht nicht mehr, weil ihm der Unfallschock in den Knochen saß. Wir wickelten den Unfall ohne Polizei ab und füllten mit dem Fahrer des Autos - einem alten Opa - gemeinsam ein Unfallprotokoll aus. Unser Handicap war, daß es in französischer Sprache war. Dafür hatte der Opa seine Lesebrille nicht dabei. Großer Dank gebührt daher der Zeugin, die uns über eine Stunde lang zur Seite stand, vermittelte und half.

französischer Abschleppservice Unfallpilot Warten vor der Notaufnahme
Nachdem der Papierkram erledigt war, organisierten wir einen Abschleppwagen (Bild). Mitch half noch kräftig beim Einladen. Als dann die schwer beschädigte Maschine endlich in der Werkstatt war, machten wir uns Gedanken über Mitch. Klar: Immer erst um das Motorrad kümmern, dann um den Fahrer - so soll man es machen! Mitch hatte zwar keinerlei Beschwerden außer einem schwachen Kreislauf, aber trotzdem entschlossen wir uns, ihn noch in eine Krankenhaus zum Durchchecken zu bringen. Da er heute nicht unbedingt nochmal auf ein Motorrad steigen wollte, rief der Werkstattmeister für ihn ein Taxi. Dies ließ jedoch ziemlich lange auf sich warten. Wir führten das darauf zurück, daß wohl gerade das Fußball-EM-Endspiel mit französische Beteiligung angepfiffen wurde. Da auch der Meister endlich zu seinem Fernseher wollte, rief er heimlich doch noch einen Krankenwagen an. Und der kam natürlich zuverlässig schnell (Bild). Die Ärztin meinte zu uns, wir sollen ihr einfach hinterherfahren. Gut! So eskortierten wir unseren Mitch unter Blaulicht mit 80 Sachen durch diverse Dörfer und über rote Ampeln ausgerechnet in den Wallfahrtsort Lourdes. Als wir dort ankamen, winken uns auch gleich die besoffenen, wallfahrenden Omas vom Straßenrand zu. Jaja, so ein Krankenwagen ist doch immer wieder erheiternd für Christen. Während wir auf das Ergebnis von Mitchs Untersuchung warteten, gewann Frankreich die Fußball-WM. Es war nicht zu überhören. Im ganzen Ort wurde gegröhlt und die ganze Jugend machte sich auf ihren Autos sitzend mit Preßluftfanfaren auf, um durch die Stadt zu zirkeln. Wir vermeideten, daß irgendwer unsere deutschen Nummernschilder sieht. Für die schwüle Nacht organisierten wir uns ein Hotel.

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