zurück Start 19.Reisetag - Di, 12.8.97 weiter

Route: 120km

Wetter: Sonne pur

Erlebnisse:
Um möglichst lange bei unserer heutigen Bergtour in der frischen Vormittagsluft laufen zu können, standen Manfred und ich heute schon um 7:00 Uhr auf. Wir fuhren dann gemeinsam auf der Sprint zum Parkplatz oberhalb von Lysebotn, dem Ausgangspunkt für die Bergtour zum Kjerakbolten. Rolf und Jochen kamen nicht mit. Am Parkplatz zogen wir uns um und marschierten um 8:40 Uhr los. Um diese Zeit waren noch kaum andere Wanderer unterwegs. Wir trafen auf dem ganzen Hinweg nur ein Pärchen und eine Gruppe Fallschirmspringer, die sich später am Lysefjord an einer senkrechten Klippe in die Tiefe stürzten - nicht zu verwechseln mit Gleitschirmfliegern.
1000m über dem Lysefjord
Kjerakbolten
Nach zwei Stunden Wanderung durch zwei kleine Täler und über eine große Felsebene kamen wir an einer Stelle an, wo die Hochebene abrupt senkrecht über 1000m tief zum Lysefjord abfällt. Die Stelle war dem Prekestolen ganz ähnlich, nur waren wir hier nochmal 400m höher über dem Wasser und vor allem alleine. Die Fallschirmspringer waren inzwischen unten auf einer Geröllhalde direkt unter uns gelandet und wurden von einem Boot abgeholt. Ein Stück weiter konnte ich mit dem Fernglas einen der im Lysefjord lebenden Seehunde ausfindig machen und am anderen Ende des Fjords in 40km Entfernung glaubten wir, auch den Prekestolen zu erkennen. Wir schoßen wieder ein paar spektakuläre Fotos und machten Brotzeit, dann ging es an der Kante entlang ein Stück weiter bis zum Kjerakbolten. Dies ist ein runder Stein mit einem Durchmesser von ca. 4m, der sich in einer großen Felsspalte direkt an der Kante zum Fjord hinab verklemmt hat. Mit etwas Geschick kann man auf ihn klettern. Natürlich machten wir wieder Fotos, um damit die ägstliche Verwandtschaft daheim etwas zu erschrecken Smiley. Nicht ganz unbegründet, wie sich nach unserer Rückkehr herausstellen sollte, da die Zeitungen von einem Touristen berichteten, der eine Woche später genau an dieser Stelle in die Tiefe stürzte.
Auf dem Rückweg begegneten uns dann schon mehr Menschen. Das störte uns allerdings nicht sehr, da sich darunter viele äußerst hübsche Mädchen in Bikini befanden. Das ist scheinbar die landesübliche Wanderkleidung für heißes Wetter Smiley.
Den restlichen Tag verbummelten wir ohne Hetze mit Duschen, Einkaufen, einem Werkstattbesuch und Sonnen. Abends stattete ich noch dem Staudamm am gegenüberliegenden Seeufer einen Besuch ab. Die ganze Gegend hier steht im Zeichen der Stromerzeugung durch Wasserkraft. Dutzende von Stauseen sind durch unterirdische Kanäle miteinander verbunden. Eines der größten Kraftwerke befindet sich in Lysebotn. Es hat eine Fallhöhe von sage und schreibe 900m. Norwegen erzeugt 60% des eigenen Strombedarfs durch Wasserkraft.

Übernachtung:
Apartement-Hütte
Torjus Fidjeland
Sirdal 4443 Tjørhom
Tel 38 37 11 69
59°57,4' N - 006°55,8' E

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