zurück Start 15.Reisetag - Fr, 8.8.97 weiter

Route: 304km
  • Vågenes
  • 565, Knarvik
  • Frekhaug
  • Rossland
  • Skjeljanger
  • Rossland
  • Frekhaug
  • Knarvik
  • 565, Vågenes
  • Zeltabbau
  • 565, Knarvik
  • 1, Åsane
  • E16, Indre Arna
  • E16, Trengereid
  • 7, Haga
  • 7, Norheimsund
  • 7, Ålvik
  • 7, Kvanndal
  • Brotzeit
  • Fähre, Utne
  • Fähre, Kinsarvik
Karte
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Wetter: Sonne, starker Wind

Erlebnisse:
Als erstes Ziel nahmen wir uns heute die auf der anderen Seite der Mangerfjords liegende Insel Holsnøy vor, die wir bisher immer nur vom Campingplatz aus in der Ferne betrachten konnten. Da die Straße auf ihr allerdings eine Sackgasse ist und deswegen keinen Durchgangsverkehr hat, sind die kleinen Ortschaften oder Höfe recht schlecht ausgeschildert und wir verfuhren uns in einige sehr kleine Straßen, die sich an ihrem Ende jeweils auch als Sackgasse entpuppten. Schließlich kamen wir dann aber doch bis ans Ende der Insel. Leider konnten wir jedoch nicht wie geplant auf die Landspitze hinaus, von wo aus wir sicher einen schönen Ausblick gehabt hätten. Es handelte sich um ein militärisches Sperrgebiet. Stattdessen machten wir in einem kleinen Hafen Pause und beratschlagten über den restlichen Tag.
Insel und Kanäle
Zuerst hatten wir vor, nochmal zur Nordspitze Radøys zu fahren, der Insel, auf dem sich auch der Campingplatz befindet. Dort waren wir zwar schon einmal während unserer Suche nach einer Unterkunft vorgestern, hatten aber logischerweise keine Zeit, uns die zerklüftete Landschaft dort näher anzusehen. Der aufkommende Wind und der Blick in die Wetterkarte einer Zeitung bewogen uns dann jedoch, zum Campingplatz zurückzufahren und gleich nach dem Mittagessen unsere Zelte abzubauen, um weiterzuziehen. Der Himmel war zwar noch frei, aber wir hatten alle keine Lust darauf, irgendein Risiko einzugehen. Wir wußten ja auch um den Ruf Bergens als regenreichste Stadt Norwegens.
Genauso chaotisch wie unsere heutige Planung war dann auch mein Fahrstil. Irgendwie fand ich keine saubere Linie. Dazu kam noch der starke Wind, der mich auf der hohen Hängebrücke bei Knarvik fast aus der Spur geblasen hätte. Durch die längs festgespannte Gepäckrolle und den voll beladenen Tankrucksack war die Angriffsfläche für Seitenwind doch etwas größer als normalerweise. Man fühlt sich ziemlich blöd, wenn man auf einer schnurgeraden Brücke mit starker Schräglage fahren muß. Noch dazu läßt sich der nötige Winkel nicht durch Langsamerfahren verringern, wie in normalen Kurven. Manfred hat mir später erzählt, daß es auch von hinten äußerst seltsam ausgesehen hat.
Bei der Weiterfahrt kreuzten wir mit zwei Fähren das nördlichste Ende des Hardangerfjords. Er ist Norwegens Obstgarten. Die Hänge links und rechts erinnerten ganz leicht an Norditalien, nur mit dem Unterschied, daß wir uns in einem Fjord und auf keinem See befanden. In Kinsarvik fanden wir dann recht schnell eine Hütte.
Als ich mit dem Tagebuchschreiben fertig war und wieder in die Hütte kam, lagen die drei anderen alle schon im Schlafsack und schlummerten. Ich war jedoch noch nicht müde genug und schwang mich nochmal aufs Motorrad und fuhr einen steilen Feldweg der Bucht bei Kinsarvik entlang hoch bis vorne zum Sørfjorden. Von dort oben hatte ich einen tollen Blick über den in die Nacht sinkenden Utnefjord und Sørfjorden. Überall an den Ufern der in tiefem Schatten liegenden Fjorde sah man die verteilten Lichter der Dörfer und einzelnen Häuser, während oben am Himmel die letzten Sonnenstrahlen die Wolken rot färbten. Die Ruhe und die Lichtverhältnisse waren so reizvoll, daß ich bei der Rückfahrt Motor und Licht ausließ und es rollen ließ. Man sah gerade noch genug, um bei langsamer Fahrt den Schlaglöchern ausweichen zu können. In Kinsarvik drehte ich noch eine kleine Runde durch den Hafen. Dort stand die gesamte Besatzung der Fähre, mit der wir gekommen waren, in einer winzigen Kneipe und es ging hoch her, wärend ein paar andere auf der hell erleuchteten Fähre das Deck abspritzten.

Übernachtung:
Hütte;
Kinsarvik Camping
???? Kinsarvik
Tel 53 66 32 90
60°22,4' N - 006°43,2' E

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