zurück Start 12.Reisetag - Di, 5.8.97 weiter

Route: 366km
  • Hafslo
  • 55, Skjolden
  • 55, Turtagrø
  • Øvre Årdal
  • 53, Tyin
  • E16, Borlaug
  • E16 Lærdalsøyri
  • Erdal
  • Hornshytta
  • Erdal
  • Lærdalsøyri
  • Fodnes
  • Fähre, Mannheller
  • Kaupanger
  • 5, Sogndal
  • 55, Hafslo
  • Pause
  • Ugulsvik
  • Nes
  • Tungestølen
  • Nes
  • Ugulsvik
  • Hafslo
Karte
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Wetter: Sonne pur

Erlebnisse:
Den heutigen Tag widmeten wir ganz dem Motorradafhren und suchten uns auf der Karte eine Runde heraus, die interessant aussah ohne Rücksicht auf Sehenswürdigkeiten. Daß solch eine Runde trotzdem durch schöne Landschaft führt, ist in Norwegen selbstverständlich. Manfred und ich fuhren voraus, dann kam Rolf und ganz hinten Jochen. Als wir in Turtagrø an einer Abzweigung auf ihn warteten, übersah er uns glatt und hörte auch unsere Hupen nicht, als er schon vorbei war. Also schwang ich mich aufs Motorrad und flitzte ihm hinterher. Das war nun endlich mal ein Grund zum Schnellfahren. Smiley Leider war es ein recht kurzes Vergnügen, da ich ihn nach ein paar äußerst schräg gefahrenen Kurven und Serpentinen schon hergebrannt, d.h. eingeholt hatte.
Nach den ersten größeren, überquerten Bergrücken, auf denen wir uns die blühende, empfindliche Gebirgsvegetation etwas näher betrachtet hatten, lotste mich Manfred in Lærdalsøri in eine andere Richtung, als wir gestern abend festgelegt hatten. Ich war mir der richtigen Richtung nicht ganz sicher und vertraute Manfred. Beim Halt oben auf dem nächsten Gebirgssattel stellte sich dann heraus, daß wir falsch gefahren waren. Manfred plante die Tour spontan um, wodurch sie um über 100km länger wurde. Jochen, Rolf und mir war das allerdings zu viel und wir kehrten um, um einen kürzeren Weg einzuschlagen. Ich weiß bis heute nicht, ob Manfred das nur geschickt eingefädelt hat, um uns zu der gestern verworfenen größeren Runde zu bewegen. Ich weiß nicht, ob er solch ein kleines Schlitzohr ist. Smiley Er fuhr jedenfalls alleine seine Alternative und kam am Campingplatz an, nachdem wir anderen bereits eine Runde gefaulenzt und eingekauft hatten. Leider bekam ich in keinem Laden Diafilme. Mein Filmverbrauch war bisher doppelt so hoch wie eingeplant und nun hatte ich bereits den letzten der sieben aus Deutschland mitgebrachten Filme einlegen müssen. Und die Hälfte des Urlaubs hatten wir noch vor uns. Nach Manfreds Ankunft kochte Jochen Spaghetti. Leider hatten wir dazu keinen Rotwein auftreiben können.
Scheinbar war Manfred heute immer noch nicht genug gefahren. Jedenfalls ließ ich mich von ihm nach dem Abspülen noch zu einer kleinen Abendrundfahrt überreden. Wir düsten am Veitastrondsvatnet entlang in ein weiteres Seitental in Richtung Jostedalsbreen hinein. Die Straße zog sich zuerst immer in kleinsten Windungen am Seeufer entlang. Es gab kaum ein gerades Stück und unsere sportliche Fahrweise artete in eine reine Lenk- und Schaltorgie aus.
In einem kleinen Tunnel hielt ich nach ca. 150m an und machte das Licht aus, um zu sehen, wie dunkel es wohl würde. Manfred machte das gleiche und es wurde wirklich sehr dunkel, d.h. man sah wirklich rein gar nichts mehr. Selbst nachdem wir unseren Augen einige Minuten Adaptionszeit gegönnt hatten, stand in jeder Richtung nur eine schwarze Wand vor uns. Die kleine Kurve am Tunneleingang reichte aus, um sämtliches Licht von draußen abzufangen. Ich hatte zudem den Fehler gemacht, einige Schritte vom Motorrad wegzugehen. Ich konnte es nur Dank Manfreds Stimme wieder finden. Sapperlott, war das dunkel! Als ich den Zündschlüssel wieder herumdrehte, wurde ich regelrecht geblendet von der Ölkontrollleuchte.
Weiter hinten im Tal ging die Strecke dann zwar gerade, dafür nur als staubige Piste weiter. Leider läßt Manfred auf solchen Wegen keinen vor sich, so daß ich dauernd in seiner Staubwolke fuhr. Am Ende des Weges war die Dämmerung dann schon relativ weit fortgeschritten und wir sahen den gewaltigen Gletscher in immernoch einigen km Entfernung nur noch dunkel und mächtig über uns hängen. Dann fuhren wir schleunigst zurück, damit sich die anderen keine Sorgen machten, denn aus der kleinen Abendrundfahrt sind nun doch imerhin 80km geworden. Jochen erzählte uns später, daß er gerade im Waschraum war, als wir zurückkamen und er jemanden sagen hörte: "Jetzt kommen die Hell's Angles wieder zurück!" Naja, das traf die Sache nicht ganz, aber immerhin RRR'ler. Smiley

Übernachtung:
im Freien vor der Hütte
Lyngmo Ungdomssenter & Camping
5810 Hafslo
Tel 57 68 43 66
61°18,4' N - 007°12,8' E

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